Ohrwaschlkonzert
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Ohrwaschlkonzert

Alle benützen sie aber kaum jemand sieht sie – die Gehsteigvorziehungen, die in Kreuzungsbereichen immer häufiger eingerichtet werden. Sie tragen zur Entschleunigung im Autoverkehr bei und fördern die Sichtbeziehung zwischen AutofahrerInnen und Zu-Fuß-Gehenden. Je nach Ausgestaltung laden sie FußgängerInnen auch zum Niedersetzen und Ausruhen ein.

Wir wollen diese „Ohrwaschln“, wie sie in Wien genannt werden, gebührend feiern und nutzen sie als Konzertbühne.

Das nächste Ohrwaschlkonzert findet beim #wohnstrassenleben am Freitag, 26. April 2019, am Diepoldplatz statt. Das Duo „Chega de Soro“ spielt zwei Sessions zwischen 16 und 18 Uhr. Sie laden mit afrikanischen Rhythmen, europäischen Harmonien und Melodien aus dem Amazonas zu einer musikalischen Weltreise auf der Wohnstraße.

Mit einem bunten Repertoire aus Segas und Choros, bringen Tahereh Nourani und Fabrice Desiré creolische und brasilianische Sonnenklänge nach Wien. Eine Musik, die die Seele begehrt, das Herz erfüllt und die Hüften bewegt – auch mitten auf der Wohnstraße.

„Chega de Soro“
Tahereh Nourani: Flöte
Fabrice Desiré: Gesang, Gitarre
(Foto copyright Chega de Soro)

 


RÜCKBLICK – DAS ERSTE OHRWASCHLKONZERT 2014

DER FILM

Gemeinsam mit Wien zu Fuss veranstalteten wir am 7. Mai 2014 das erste Wiener Ohrwaschlkonzert. Und das auf einem ganz besonderen Ohrwaschl: In der Ottakringer Straße, auf Höhe 43, wurden kurz davor kreative Sitzgelegenheiten installiert. 2013 wurde die Neugestaltung der Ottakringer Strasse abgeschlossen und mehrere dieser Ohrwaschln eingerichtet, auch als neuen Bewegungs- und Begegnungsräume.

Für die Bespielung des Ohrwaschls wählten wir vier MusikerInnen des Projekts Audioskop aus, eine Gruppe von KlangkünstlerInnen rund um Nikolaus Hartmann und Tom Varga. Ihre Idee, eine konzeptuelle Verbindung von urbanem Raum und Klang zu schaffen, haben sie 2012 erstmals in unserer Projektreihe WIEN LEBT realisiert.

Beim Ohrwaschlkonzert vermischten sich die Klänge ihrer Instrumente mit Stimmen von PassantInnen und den Klängen der Stadt – jenen der vorbeiziehenden Straßenbahn, dem Abrollgeräusch von Autoreifen am Asphalt oder der Rhythmusstruktur, die sich ergibt, wenn jemand über einen Blindenstreifen fährt. Je nachdem, an welchem Ort man stand, wurde die Klangskulptur etwas anders wahrgenommen.

Durch Musikdarbietungen und Rasenpuzzles von ImplanTat luden wir PassantInnen ein, sich niederzulassen und zuzuhören. Gleichzeitig informierten wir in Zusammenarbeit mit Wien zu Fuss über die Ohrwaschln informiert. Das Konzert bildete auch den Abschluss des Verkehrsfrühlings von Wien zu Fuss.

MusikerInnen:

Tanja Feichtmair (Saxophon)
Clemens Hausch (Electronics)
Lukas Lauermann (Cello, Electronics)
Nikolaus Hartmann (Field Recordings, Electronics)

Kulturelle Raumgestaltung/Kontakt:

Brigitte Vettori, brigtte.vettori@spaceandplace .at
Isabella Schieszler, isabella.schieszler@spaceandplace.at

Fotos © Sebastian Philipp, Wien zu Fuss